Das projekt

“In Zeiten gestiegener Urbanität unterliegen vor allem auch Ernährungsgewohnheiten einem dynamischen Wandel – dieser vollzieht sich zu einem wesentlichen Teil auf der Straße.”

Als Streetfood werden ready-to-eat Speisen und/ oder Getränke bezeichnet, die in einem mobilen Verkaufsstand vor Ort zubereitet und verkauft werden. Insbesondere internationale/ ethnische, möglicherweise mit Zutaten aus lokaler Produktion, selbst hergestellte Speisen treffen auf eine gestiegene Tendenz zum Essen unterwegs bei gleichzeitig bewusster, gesundheitsorientierter Ernährung.

Zwischen Ernährungsindustrie und Gastgewerbe eingebettet, wird Street food als Subsektor der Gastronomie zugeordnet, dem größten Wirtschaftszweig in Europa in Bezug auf Umsatz (956 Milliarden Euro) und Beschäftigung (4,1 Millionen). In Europa haben Frankreich, Deutschland, das Vereinigte Königreich und Spanien die größten Gastronomiesektoren. Der Blick auf die Projektpartner offenbart, dass die Gastronomie ca. 6-8% der Gesamtwirtschaftsleistung sowie ca. 10% der Beschäftigung ausmacht. Die relative Neuheit von Street food erschwert die statistische Erfassung, insbesondere im EU-weiten Kontext. Zahlen liegen aus dem Vereinigten Königreich vor. Hier gab es im Jahr 2007 ca. 5.000 mobile Gastronomiebetriebe mit einem Umsatz von 680 Mio. Pfund, der bis 2010 auf 760 Mio. Pfund angestiegen ist. In den Niederlanden sind ca. 41% aller Reisegewerbe Gastronomiebetriebe mit ca. 20.000 Vollzeitbeschäftigten.

Die im Vorfeld des Projekts durchgeführte Marktanalyse zeigt, dass existierende Aus- und Weiterbildungsstrukturen im Gastronomiebereich die spezifischen Anforderungen für den erfolgreichen Betrieb im Street food-Sektor nur unzureichend abdecken. Der Fokus liegt meist auf Lerninhalten zur Arbeit in traditionellen Gastronomiebetrieben (Restaurants, Bars) sowie auf Lebensmittelkunde, -hygiene und –sicherheit. Der Erfolg im Street food gründet allerdings eher auf dem Vertrieb von Gourmetessen sowie der Fähigkeit wechselnde Markttrends zu erkennen, praktischen Fertigkeiten im Kundenumgang und dem gezielten Einsatz modernen Marketings, ganz besonders im Sinne der effektiven Nutzung von Social Media und GPS. Ohne diese essentiellen Kenntnisse kann der Übergang zum Street food

für viele mobile Imbisshändler schwierig werden. Möglicherweise kann der Mangel an Trainingsangeboten auch einen negativen Einfluss auf den Umsatz und damit auf die Rentabilität bereits etablierter Händler/-innen haben als auch potenzielle Neugründer/-innen am Markteintritt hindern.

Das Projekt Street food:Opportunities for Entrepreneurs betrachtet Street food als Wachstumsbranche in Hinblick auf Beschäftigungsmöglichkeiten. Dementsprechend gilt es, Trainingsangebote für Markteintritt und Weiterentwicklung durch enge Zusammenarbeit von Einrichtungen der beruflichen Bildung und Akteuren aus der Ernährungswirtschaft zu entwickeln. Unser Ziel ist es, Street food Händler mit praktischen Tipps und Instrumenten dabei zu unterstützen, effektiv und profitabel zu sein.

Hauptziel ist es, die bereits bestehende Internetplattform www.streetfood.org sowie das Handbuch „The complete guide to profitable catering“ (beide Angebote wurden von unserem britischen Projektpartner NCASS entwickelt) als Grundlage zu nutzen und durch neue Materialien und Inhalte zu ergänzen. Daraus wird ein multilinguales Online Lernangebot für die Nutzung in Europa, insbesondere in den Partnerländern des Projekts, entstehen. Zielgruppe sind neben bereits etablierten Straßenhändlern, die ihre Kenntnisse auffrischen sowie ihr Geschäftskonzept modernisieren wollen, vor allem auch Neugründer/-innen. Besondere Relevanz hat das Angebot für junge Menschen, Migrant/-innen und Gründer/-innen mit Berufshintergrund aus dem landwirtschaftlichen Bereich.